Dienstag, 2. Oktober 2007

Die erste Woche

02.09.07

Eigentlich sollte um 9Uhr die Vermieterin kommen, stattdessen kam ein Fernsehtechniker, der uns zu etwa 20 Programmen verhalf. Die Vermieterin kam dann um 10 mit ihrer Gott sei Dank englischsprechenden Tochter. Zusammen durchliefen wir den Ritus, dass sich Ausländer innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei anmelden müssen. Jedoch ganz anders als ich es aus Spanien und Russland kenne gab es keine chaotischen Schlangen und ewig langes Rumgestehe ohne dass man ein fortkommen sieht: Es war niemand in der Polizeistelle, außer 3 Polizistinnen! So war die ganze Angelegenheit auch problemlos in 8 min erledigt. Was weniger problemlos war, war die Sache, dass die Vermieterin die Kohle für 3 Monate im Voraus haben wollte. Und wenn chinesische Geldautomaten sich denken 200 € pro Abhebung ist doch genug- dann muss man nicht nur einen Geldautomaten finden der arbeitswillig ist, sondern auch noch oft genug abheben. Festnetztelefon und Internet haben wir bestellt und waren gespannt wann es laufen wird…

Nachmittags haben wir uns an der Uni registriert, das war auch der Grund warum wir schon so früh im September da sein mussten. Seltsam, dass andere Studenten auch noch deutlich später angekommen sind... Nachmittags haben wir unsere Uni-Fussballmannschaft spielen sehen, die in der ersten chinesischen Liga spielt. Das ist ja wirklich doll, dafür dass da bei uns wirklich nur Studis mitspielen, aber über der ersten Liga gibt es noch die Superliga… ich hätte tierisch Bock da mitzuspielen, aber ich glaube, da halte ich doch nicht mit… mal sehen ob ich irgendwann mal nen Probetraining hinbekomme. In der Halbzeit haben wir versucht Passfotos zu bekommen, doch im ersten Laden war der Fotodrucker kaputt und der zweite Laden (Achtung, es ist Sonntag!) macht erst um 18:00 wieder auf. Die Rucksäcke von Manuela und Stefan sind immerhin schon angekommen.

So machten Yanick und ich uns nach einem üppigen Chinesischen Mahl quer durch Halbpeking auf um noch billige Klamottenmärkte abzugrasen, doch es war zu spät und wir fanden nur das berühmte Kneipenviertel Sanliton. Auf der Halbstündigen Taxifahrt (nee, das war so weit entfernt – kein Stau) haben wir den Taxifahrer schon nach Hause dirigiert.

03.09. Montag

Wegen der Hitze schon wieder nur 3h geschlafen. Irgendwann geh ich kaputt. Frühmorgends noch ein erfolgloser Versuch bei der Citibank am 4ten Autobahnring noch Geld zu bekommen. Dann wieder zur Studianmeldung- ich musste meine Passfotos abgeben, Yanick seinen Sprachtest: Im ganzen Raum nur fleissig kritzelnde Koreaner und ein Yanick, der sich schallend totlacht und mit seinem Test zu mir auf den Flur kommt: „Schau mal her, ich weiß noch nicht mal, wo ich meinen Namen eintragen soll!!!“ Wir haben in Bochum eben nur quatschen und keine Zeichen gelernt. Emirates versprach uns nach 10 Anrufen dass wir für jeden verspäteten Tag eine Entschädigung von 40€ erhalten. Hauptsache das Gepäck kommt irgendwann mal- kann meine Klamotten nicht mehr riechen… Nachmittags endlich mal erfolgreich Shoppen gewesen, 3 Diesel T-Shirts für 8€ aber das verhandeln für uns Ausländer ist mühsam und Zeitraubend und wir schaffen es noch nicht mal den für Chinesen ausgeschriebenen Preis zu vereinbaren. So sind wir dann auch zu spät zu unserem Willkommensessen in der Uni gekommen. Meng war angefressen deswegen, der Dekan hat sich nicht anmerken lassen, Sureth und Sloane 2 Profs aus PB waren jedoch gutgelaunt. Bertram aus Regensburg, der mit Stefan zusammenwohnt ist nun auch angekommen. Sehr gezwungene Atmosphäre in der Chinesische Riten des Dankens für uns schwer nachzuahmen waren. Ich versuchte auch eine klein Dankesansprache für den Meng von unserer deutschen Seite aus- verbockte es aber dadurch, dass ich ja erst dem chinesischen Dekan danken muss – er ist schließlich in der höheren Position, auch wenn er keinen Handschlag für uns getan hat.

Gegen 23:00 kam unser Gepäck an, jedoch nur mit der halben finanziellen Entschädigung- was soll man da machen? Sich auf chinesische beschweren? Oder einfach froh sein, dass man nun sein Zimmer einrichten und den Laptop wieder aufladen kann?

04.09.

Endlich mal ausgeschlafen- natürlich gleich viel zu lang – Mama und Papa riefen um 14:00 an, Gott sei Dank, sonst hätte ich wohl den zweiten Termin beim Meng verpennt. Panisch zur Uni gelaufen und eine kurios-sinnfreie „Sitzung“ miterlebt in der manche Chinesische Profs sich Sloanes Vortrag anhörten wie doll doch die PB Uni sei. Nun, wir PBler waren nicht so doof da irgendwas richtig zu stellen. Die chinesischen Profs haben durch ihre Fragen gezeigt, dass sie den Sloane überhaupt nicht verstanden haben. Hier erhielten wir den einzigen Hinweis für unseren weiteren Univerlauf: eine Dozentin meinte, dass ihr Kurs evtl am 16. um 13:00 stattfindet – danach konnten wir nie wieder etwas neuere Infos herausfinden.

Fleißiger Frühjahrsputz…

Nach ein paar Emails haben wir uns um 9 Uhr am Shangri Hotel getroffen, um dann den Dubaifehler noch einmal zu begehen. Einen Saft im *****Hotel für 7€. Und ich habe die ganze Stunde nur dran herumgenuckelt und mich geärgert, dass ich nicht rechtzeitig die Biege gemacht hatte- vorher wussten wir nicht was das für ne „Kneipe“ sein würde- sie stand in irgendeinem Führer drin. Das Problem ist, dass unsere Gruppe zu undynamisch ist und wenn eine Entscheidung überworfen wird dauert es verflucht lange bis alle mit der nächsten Entscheidung wieder zufrieden sind. So hatte ich mich einfach mithingesetzt. Gegen 11 machten Yanick und ich uns dann zum Vics auf. Eine westliche Disse direkt am Workersstadium – ist zwar mal wieder ne halbe Stunde Fahrt weit weg, aber zu der Uhrzeit kommen die Taxis wenigstens voran. Witzig war jedenfalls Yanicks optimismus einfach in ein belibiges Taxi einzusteigen und nur den Namen von der Disco zu kennen und das es in der Nähe vom Stadion sein muss, wobei wir noch nicht mal wissen wie das Stadion auf chinesisch heißt. Die Krönung war, dass wir es trotz langer Diskussion mit dem Fahrer sofort gefunden haben. Der Club selbst war recht leer, hatte einen Trance saal, in dem nur die Angestellten verweilten und ihre Köpfe teils auf den Tischen deponierten. Der andere Raum war HippHopp und da war schon einiges mehr los. U.a. auch einige Westler, von denen sich manche aber derartig daneben benahmen, dass ich nur darauf wartete wann es endlich mal links und rechts knallt. Passierte aber nicht…

Yanick nutzte die Gelegenheit um schon mal Kontakt zum DJ und anderen zu knüpfen, doch da Englisch keine gemeinsame Basis ist, ist das alles ein wenig spannender…

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