Sonntag, 25. November 2007

We are not alone...

Wenn man sich in der digitalen Welt so umhört scheint es an den anderen chinesischen Unis nicht wesentlich besser zu laufen:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,517857,00.html
aktuell aus Spiegelonline vom 23.11.2007


Aber es gibt auch nette Momente an der Uni:
Neulich musste ein kleiner, eigentlich immer grinsender Kommilitone niessen. Auch wenn es in China nicht üblich ist, wir aber unseren Unterricht auf Englisch halten kam von einer Deutschen ein freundliches "Bless you" rüber. Glücklich strahlend gab er ihr ein "You too!" zurück.
Sodann wurde er aufgeklärt was es denn mit denn mit dieser Sitte auf sich hat und wie man eigentlich antworten sollte.

Gestern war es wieder mal soweit. Sein nächster Niesser. Nachdem er aus der deutschen Ecke einige "Bless you" vernahm fügte er, ganz Mann von Welt, ein begeistertes und glückliches "Bless me" hinzu.


Wir konnten uns kaum halten vor Lachen... Situationscomedy eben

Freitag, 23. November 2007

Ausweichmanöver

Nun, die abenteuerliche Zeit ist nun fürs erste vorbei. Jetzt heißt es Seminararbeiten zusammenkritzeln. Oder man sucht sich eine entsprechende Ablenkung:
- Blogschreiben
- Gutscheine von Restaurants verbauchen:


- Chinesischen Alltag begutäugen:
ER hat noch einen unglaublich praktischen Parkplatz gefunden... und das auch noch so nah am Ausgang, einfach praktisch!

Donnerstag, 22. November 2007

Fanbesuch

Kurz aber herzlich war der Sprintbesuch von Mama und Papa. Sie mussten sich doch persönlich überzeugen, dass es dem Jungen gut geht - soweit weg vom heimischen Ofen.
Die beiden haben ein wirklich unfassbares Schnäppchen gemacht und sind in nem Ultra-Touri-Komplettpaket herübergejettet. In dem Paket war dann auch das Basis-Kultur-Programm, an dem ich mich teils anschloss:


Während dem ersten 10Minütigem Spaziergang gabs schon eine Menge zu entdecken ;-)
Und am Abend wurde ordentlich geschlemmt. Das Essen selbst war genausolecker wie das Empfangskommittee:


Am Sonntag ging es dann schon ran an den Speck: Nach 7 Jahren lief ich mal wieder wie ein Lemming hinter drölfzehntausend Touristen durch die Verbotene Stadt. Rauchen verboten - daher wohl der Name...



Himmelspalast - Arschkalt hier! Da hilft es auch nicht wenn sich 45 Göttinger zusammenrotten.


Abends gabs dann noch die Möglichkeit upzudaten: Shaolin für Theaterfreunde. Ohne Text, aber auch ohne die Qualität in den Bewegungen, im Vergleich zu vor 3 Wochen.


Dann ging es mal wieder zum Koreaner...


Und am Dienstag früh war der Sommerpalast dran


Und mal wieder einen kleinen Happen essen...
Hat sich doch gelohnt, oder was sagen die Betroffenen?

Dienstag, 13. November 2007

Leichtmatrosen
























































Nach dem "Mord im
Orientexpress" kam nun die Fortsetzung "Tod auf dem Nil".
Jedoch ging es zunächst mitten in der Nacht mit dem Flieger runter in den Süden nach Chongqing. Offiziell die größte Stadt der Welt, aber auch nur deswegen, da der Stadtbezirk auf die Größe Österreichs ausgedehnt wurde. Die eigentliche Agglomeration sind nur läppische 4 Mio Einwohner.
Einer davon hat uns am nächsten Morgen sehr fröhlich begrüßt.
Zuvor gab es noch eine lustig/interessante Situation, als wir um 3 Uhr Nachts in unsere Herberge kamen, und uns wortlos ein Zettel auf Englisch vorgelegt wurde in dem es hieß "Aufgrund der Army ist es uns nicht erlaubt Ausländer aufzunehmen". Nun, da konnten wir nichts anderes machen, als lächeln und uns etwas anderes suchen.


Tagsdrauf hatten wir noch ein paar Stunden, um uns die Stadt anzusehen,
hauptsächlich mal wieder einen Tempel, diesmal in mitten der bergigen Industriestadt. Dann ging es auch schon los, erst mit dem Bus nach Wuzhou, in der Nacht eingecheckt, losgetuckert und mitten in der Nacht schon den nächsten Tempel besichtigt. Morgens um 9 wurden alle Touris in ein kleineres Boot verfrachtet um die 3 kleinen Schluchten zu begutachten. Diese sind zwar schmaler aber auch noch steiler. Auch wenn hier der Meeresspiegel bereits um 60 Meter angestiegen ist, so bleibt es fayzinierend. Mittags wurden wir in noch kleinere Boote verfrachtet, um den 3 Mini Schluchten Respekt zu zollen. Und weiter gings zu einer künstlichen Touriattraktion, wo sollen all die Millionen hin, deren Dörfer und Städte einfach überspult wurden? Es werden neue Trabantenstädte gebaut mit Burggraben und einer Unzahl von Souvenier Shops, von denen aber noch nicht alle bezogen waren. In den nächten Jahren wird der Troubel dort erst richtig Fahrt aufnehmen.

Mal was kleines für Zwischendurch? Lieber nen Snickers oder doch ein Kücken?

















Es wird gebaut, wie wild.


















Licht und Schatten
















Eigentlich wars da schon dunkel...

















ist doch nicht untergegangen. Und ausser einer Kakerlake ist niemand ums Leben gekommen...












Die Schleuse des Damms





















Welch Kulisse











Bahnhof in Yichang

Was denn nun? laufen die Computer mit WIN oder mit DOS?
und das andere Schild ist doch erst recht ein Schmunzeln wert...















Interessant, dass dies auf Englisch übersetzt werden musste. Wieviele Menschen, die Englisch aber kein Chinesisch können haben denn dort schon mal einen Stand aufgebaut, die Zukunft vorhergesagt, oder den Bahnhofsvorplatz bemalt?









Mc Doof Firmenfahrzeug














Und das Schmankerl zum Schluß, das meiste hiervon spricht ja für sich, aber bei Tigertatzen hört sogar der Spaß bei mir auf (unten rechts). Startpreis waren 300€.

Dienstag, 6. November 2007

Alltag? Von wegen




Wir schmieden hier schon wieder die neuesten Pläne, um diesen Blog etwas außergewöhnliches bieten zu können, am Sonntag gibts wieder neue dolle Bilder, mit viel Fluss, viel grün und T-Shirt Wetter! Harr, harr, harr! Ansonsten muss ich aber auch sagen, dass es hier in Peking ohne Vorwarnung, ohne Herbst, plötzlich Arschkalt wurde. Wir haben hier nun ca zwischen 5° und 10° aber grundsätzlich sehr trocken. Jens hatte hier mehr Sonnentage erwischt, als unsere Vorgänger in den 4 Monaten zusammenaddiert. Da hat er natürlich Glück gehabt, zumeist ist es schon eher diesig. Heute hat die Sonne auch nicht wirklich gearbeitet. Zum Vergleich hab ich mal 2 Bilder vorbereitet:
zur gleichen Uhrzeit innerhalb von einer Woche Zeitunterschied aufgenommen...










Und heut morgen hab ich noch etwas
interessantes vor die Linse bekommen. Schon häufiger habe ich Angestellte einer Firma oder von nem kleineren Lädchen gemeinsam antreten sehen. Immer wieder lustig zu sehen. Diese hier haben eine Art firmeninterne Mini-Disco auf dem Bürgersteig veranstaltet. Auf der anderen Straßenseite haben die Bauarbeiter mit der Arbeit aufgehört, um genauso wie ich, zu gaffen. Einerseits wird gezielt das Gemeinschaftsgefühl gepflegt (wenn die Alten im Park Yoga oder Tanzkurse machen sieht das genauso aus). Kleiner Einschub zum Thema Disco: Discos sind ohnehin nicht so beliebt - die meisten sind voll Ausländer und Chinesen die Ausländer kennenlernen wollen. Wenn Chinesen aber unter sich tanzen, dann meist in einem großen Kreis, und für kurze Zeit wird manchmal einer in die Mitte geschubst. Selten sieht man einen Chinesen alleine vor sich hin zappeln wie es bei uns schon häufiger mal vorkommt. Deutlich Beliebter ist Karaoke. Na, das ist wohl keine Überraschung Auf der anderen Seite sind gewisse Dinge, wie Schlange stehen, (Mensa, Metro, Bus oder Verkehr) von einem derartig gewöhnungsbedürftigen, dreisten, individuellen Egoismus geprägt, dass man sich wundert warum so was in unserer Kultur gesitteter abläuft, wo wir doch die eigentlich individuellere Kultur sind. Diese Phänomene, Schlangestehen und Verkehr, scheinen komplett paradox zu unser grundsätzlichen Einstellung zu sein.
Dazu fällt mir noch ein anderes Thema ein- häufig werden wir Ausländer deutlich freundlicher behandelt als der Chinese, der vor uns in der Schlange stand. Man nimmt sich Zeit und Geduld um uns zu verstehen und die Antworten häufig zu wiederholen (was nicht bedeutet, dass die Antwort beim zweiten oder dritten mal langsamer gesprochen wird. Häufig wird einfach lauter gesprochen/gebrüllt, als hätte ich es nicht verstanden da ich schwerhörig bin...) Seltener hingegen wird uns auch gar nicht geantwortet oder in einem fiesen Akzent, den noch nichtmal einheimische verstehen und wir werden ratlos stehen gelassen. Die Hilfsbereitschaft ist sehr durchmischt, aber grundsätzlich uns gegenüber sehr, sehr hoch.



Nun noch etwas ganz anderes: für Geographiefans und Google Earth Fanatiker habe ich hier mal ein Leckerbissen bereitgestellt:
Die Koordinaten meiner Bude:

39°57'44,28" N
116°17'43.20" O

und von meinem Uni Gebäude:
39°57'40,00" N
116°18'17.04" O

Von oben sieht das zwar nah aus, da man nur zwei Kurven zu laufen hat, aber es dauert dennoch knapp 20 Minuten.
so, das wars erstmal für heute - bis Sonntag dann wieder...

Sonntag, 4. November 2007

Shaolin - zu Besuch bei den Berufshooligans

Tja, eigentlich wollten wir ja zum Dreischluchtenstaudamm, doch weigerte ich mich 15 Stunden auf ner Holzbank zu hocken, naja eigentlich hätte es in der Klasse noch nicht mal eine Sitzplatzgarantie gegeben. Also mussten wir in der Ticketoffice spontan eine Alternative finden:
So kamen wir zu DEM berühmt berüchtigten Shaolin Kloster, der Geburtsort des Kung Fu. In den letzten Jahrhunderten ist es aber selbst Opfer seines Prestiges geworden und war gerngesehenes Ziel allerlei Kriege, Attacken, Putsche und was auch sonst, jedenfalls brannte es dementsprechend auch oft ab. So wie im Film sah es dann im Endeffekt überhaupt nicht aus. Die Gummikinder, die ihre Knie 180Grad in unnatürliche Richtungen drehen können waren für eine Tourischau genauso zu haben, wie ihr schon bei Wetten Dass ??? Trick mit dem Nagel durch die Glasplatte.
jungen Kämpfer eher Im ganzen war es aber doch ernüchternd, da die Vorstellungen aus den heroischen Filmen nicht ansatzweise gedeckt wurden. Es kam eher in die Richtung Zirkus. Mir taten die emotionslosenLeid, die für eine gewaltige Tourismusmaschinerie ihre Körper herhalten müssen. Kein Teilnehmer war über 18 Jahre. Sind danach die Gelenke hinüber? Nunja, 3 Teilnehmer der Show waren dann doch über 18: Achtung, 35MB, aber wer Jens kennt muss sich das antun :-)










Buddha auf Horchposten
















die konzentrierte Energie des Kampfsportcenters greift um sich...

























Ein neuer Frisbeefan, vielleicht kommt er ja mal zum Training...


















der zum Kloster gehörende Shaolin Tempel - Ähnlichkeiten zur Verbotenen Stadt sind unverkennbar. Ok, ja, ich hab 3 Minuten mit den Farben herumgespielt...





















Ameisentraining


















keine Zeit, die Landschaft ordentlich fürs Foto zu sortieren, wir mussten mal wieder zum Bus wetzen...



















Zhengzhou, berauschende Atmosphäre auf der Straße, sehr geeignet zum Low-Quality-Shoppen, faszinierende Verkehrsführung der ampellosen GigaKreuzungen.
Hier war es unsere Mission den Einheimischen weiße Langnasen zu präsentieren und regelmäßige Fotoshootings über uns ergehen zu lassen.










der berühmte Gelbe Fluss: Gelbbraun isser ja, aber warum berühmt? Evtl wegen der einfallsreichen Botanik mit der das Flussufer und künstliche Inseln geschmückt wurden?
















Zhengzhou, wann sehen wir uns wieder?

Donnerstag, 1. November 2007