Anfangs hatte ich mich geärgert, dass der Bus ne Stunde zu spät losfuhr, denn so habe ich nun auch das Ende vom berühmten Sonntagsmarkt in Kashgar verpasst. Aber als ich dann das ganze Schneechaos unterwegs sah, fragte ich mich, ob wir überhaupt innerhalb von 48h ankommen (23 h waren geplant). Die "Betten" waren nicht gerade bequem, man konnte nicht flach liegen, da ein jeder die Füße unter dem Rücken des Vordermanns hatte; für Menschen über 1,50m war es ohnehin zu klein und da es keine Gepäckfächer für Handgepäck gab hatte ich dieses auch noch eng an mir. Konnte so wenigstens nicht geklaut werden, wobei ich dabei aber im Bus auch keine wirklichen Bedenken hatte mit den Menschen. Ein wilder Haufen: 1 Usbeke, 4 Chinesen, 1 verirrter Deutscher und der Rest Uighuren. Ich habe insgesamt mit 10 von Ihnen mehr oder weniger gequatscht und alle waren sehr freundlich und hilfsbereit.
und nun kurz bevor wir ankamen hat mich noch einer angequatscht, ob ich ihm nicht helfen könnte. Er hätte noch DMark!
- okay, wenns nicht zuviel ist kann ich se mitnehmen.
- 500 DM
- Oh!
- 500 Millionen DM
- Bitte Was? - Sofort dachte ich wieder an die frisch gedruckten Geldbündel vor den Banken (von denen andere Traveller allerdings meinten die seien echt) Es hat eine Weile gedauert bis ich verstand was Sache war: Die Scheine sind aus dem Jahr 1922 zu jeweils 10.000 Reichsmark. Also ein gewaltiger Haufen Papier. Und er hätte noch 24 Dokumente dafür, was auch immer er damit meint. Er wollte gern, dass ich mit komme und so schlürte er mich in einen Copy Shop. Das Lachen konnte ich mir nur schwer verkneifen, erst recht als er mir den Geldschein am Bildschirm zeigte. Der Haufen selbst sei in Urumqi - ist dort die Druckerei? Warum druckt er nicht was aktuelleres? Nein, ich denk schon, dass es sich dann um original Altpapier handelt. Ich checkte Ebay und fand seine Scheine für 4 Stück zu 1€. Immerhin. Doch das wollt er gar nicht, fing wieder von "Bank" und "deutscher Firma "Morgen"" an zu reden. Bei einem weiteren Versuch zu erklären, dass die Noten entwertet sind rief er schließlich einen Kumpel an, der etwas Englisch konnte und unser Sprachgewirr aufklärte: Jemand von Morgan Stanley Deutschland war noch bis vor 2 Tagen in Urumqi und wollte den Haufen kaufen. Doch mein Kumpel hat weder Telefonnummer noch Email von ihm. Nun, und ich soll den Kontakt herstellen - abgesehen davon, dass der Käufer nun in Peking ist und die Morgan Homepage nur eine Servicenummer für Deutschland auf der Page parat hat: die warten mit Sicherheit schon auf meinen Anruf morgen, wenn ich ihnen diese Geschichte zu verklickern versuche...
Ja, auch dies war wieder innen im Bus, ärgerlich als das alles in der Mittagssonne des drauffolgenden Tages schmolz und die Suppe drohte auf meine Klamotten zu laufen.
Motorradtaxi gefällig?
Pipi Pause: GOTT, war ich happy, dass das da unten alles tiefgefroren war...
2 Kommentare:
Moin! Hier in BN gibts bestimmt auch jemanden, der noch nen Stapel DDR-Mark hat. Vielleicht können die ja tauschen... ;-)
Grüße ans andere Ende der Welt!
nachdem ich das letzte Bild gesehen habe, weiss ich warum Du im Januar reist.....
Gute Fahrt
uLi
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